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Ein kleines Stückchen Paradies mitten in der Stadt - Michaelisstraße

(Stadtteilzeitung MQ September 2014 - Redaktion)

Mit der Vortragsreihe „Blick in die Gärten" präsentieren Grundstückseigentümer und Institutionen im MichaelisQuartier das „Leben hinter'm Haus". Ein Garten in der Michaelisstraße ist Anlass für das siebte Porträt dieser Reihe.
In den vergangenen Ausgaben des Ostinnenstädters wurden schon verschiedene Gärten im Michaelisquartier porträtiert.

Solche Gärten vermutet man beim Gang durch die Straßenzüge des Quartiers, die durch eine geschlossen Bauweise geprägt ist, kaum. Das gilt zum Beispiel auch für die Michaelisstraße. Kaum vorstellbar, dass sich hier hinter der Häuserfront ein kleines Paradies befindet. Betritt man eines der Häuser und macht sich auf den Weg durch verschiedene Kellerräume öffnet sich hinten der Blick auf einen gut 200 Quadratmeter großen Garten, der selbst wieder eingebettet ist in weitere, von den Nachbarn liebevoll gepflegte Gärten. All diese Gärten bilden eine durch Häuser der Michaelisstraße, der Kardinal-Bertramstraße, des Langen Hagens und des Michaelisplatzes in sich abgeschlossene Einheit.
Als der hier beschriebene Garten 1956 angelegt wurde, musste die Erde erst mühsam gesiebt werden, damit überhaupt etwas gepflanzt werden konnte. Nach der Zerstörung durch den Krieg war das Grundstück mit Schutt und Asche übersät. Als diese abgetragen wurden, verschwanden auch große Teile der Muttererde, was blieb waren viele Steine. Aus einigen von ihnen entstand in einer Ecke des Gartens ein regelrechter, heute mit Bodendeckern bewachsener Steingarten. Versuche, Gemüse anzubauen wollten nicht so recht fruchten, dafür gibt es aber überall verschiedene, insbesondere weiß und rosa blühende Blumen.
Aus dem sich im vorderen Bereich des Gartens zunächst befindenden Wäscheplatz ist heute eine Wiese mit einem hübschen Rosenrondell geworden. Ein riesiger Kirschbaum steht im hinteren Teil des Gartens, ein Paradies für Vögel. Und auch ein Apfelbäumchen und ein Birnbaum finden sich in der kleinen Oase. Zwischen zwei Bäumen ist eine Slackline gespannt, auf der sich trefflich Seiltanzen lässt. An verschiedenen Ecken findet man kleine Sitzplätze, an denen man es sich gut gehen lassen kann. Da die Besitzer des Gartens nicht selber im Erdgeschoss wohnen, haben Sie eine Wendeltreppe hoch zu ihrer Wohnung bauen lassen, der besondere Clou: Sie hat sogar einen kleinen Lastenaufzug mit dem man einen Korb fürs gemütliche Grillen im Grünen hoch und runter transportieren kann. Und wenn die Glocken vom Dom, von der Michaeliskirche, der Magdalenen- und der Andreaskirche läuten, dann haben sie in diesem vom restlichen Viertel abgeschlossenen Bereich  einen ganz besonderen Klang, wie die Besitzer sagen: „Hier ist es einfach himmlisch.“
Wollen auch Sie gerne Einblicke geben in Ihr persönliches Gartenparadies hier im Viertel, wenden Sie sich bitte an das Stadtumbaumanagement oder kommen Sie zum Treffen der nächsten Redaktionssitzung (siehe Terminkalender!).