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„Wohnen & Leben im MichaelisQuartier“

(Stadtteilzeitung MQ März 2015 - Redaktion)

Arbeiten und Wohnen familienfreundlich unter einem Dach

Mit der Reihe „Wohnen & Leben im MichaelisQuartier“ geben Bewohnerinnen und Bewohner Einblicke, Eindrücke, Geschehnisse, Alltägliches und vieles mehr aus ihrem Stadtteill wieder. Das vierte Porträt ist von Monika Fuchs.

Frau Fuchs, seit wann leben Sie und Ihre Familie hier im Michaelisviertel?
Wir sind am 29. September 2001, dem Michaelistag, ins Michaelisviertel gezogen. Unser Haus im Langen Hagen an der Ecke zur Schenkenstraße hatten wir auf einem Spaziergang schon mal entdeckt, besonders gut hatte uns das alte Firmenschild von „Autobus Knösel“ gefallen, das damals über der Einfahrt schwebte.

Das Haus selber machte eher einen grauen Eindruck, hatte aber einen gewissen Charme. Etliche Monate später haben wir es in einer Zeitungsanzeige wiedergefunden, als „Villa am Michaelishügel“. Wir wollten schon lange aus unserem Reihenhaus auf dem Moritzberg umziehen in eine größeres Haus und nutzten die Gelegenheit. Mein Mann und ich sind beide selbstständig, und in diesem Haus konnten wir Arbeiten und Wohnen familienfreundlich unter einem Dach verbinden.  
Gibt es etwas, das Sie im Michaelisquartier vermissen oder was Ihnen nicht so gut gefällt?
Was ich vermisse? Auf alle Fälle den Briefkasten, der früher am Michaelisheim hing. Den habe ich viel benutzt. Als die Kinder noch kleiner waren, haben wir andere Kinder hier vermisst. Zumindest waren kaum welche auf der Straße zu sehen. Eine „Stadtteilkneipe“ wäre schön, der eine oder die andere erinnert sich vielleicht noch an die Gaststätte gegenüber unserem Haus. Leider hat das Michaeliscafé nur selten abends geöffnet, und tagsüber können wir als Berufstätige das Angebot nur selten nutzen.
Nicht so toll ist es, dass der Lange Hagen mit der neuen glatten Fahrbahn gerne als Rennstrecke genutzt wird.
Frau Fuchs, was schätzen Sie besonders am Leben im Michaelisviertel?
Das Michaelisviertel hat eine sehr gute Infrastruktur und alle Vorzüge einer innenstadtnahen Lage: gute Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten usw. in Laufnähe. Dabei ist es aber nach wie vor ein ruhiges Viertel mit Naherholungsmöglichkeiten wie dem Liebesgrund, der Innerste oder dem Magdalenengarten. Wenn ich im Sommer abends im Dachgeschoss auf dem Balkon sitze, höre ich keinen Großstadtlärm, sondern Vogelgezwitscher und kann im Westen bis zum Rottsberg sehen. Dann glaubt man nicht, dass man mitten in der Stadt ist.
Und wenn man genau drauf achtet, umweht einen hier ständig ein Hauch von Geschichte. Dieses Wissen, in der Keimzelle Hildesheims zu wohnen, berührt uns sehr. Auch deshalb hat mein Mann die Geschichte unseres Hauses und des Grundstückes erforscht und in einem kleinen Buch dargestellt.
Wenn ich auf die Jahre zurückblicke, in denen wir hier wohnen, finde ich, dass sich besonders durch die Stadtteilarbeit von MITTENDRIN viel bewegt hat und das Viertel tatsächlich allmählich aus seinem „Dornröschenschlaf“ erwacht. Neulich bekam ich mal den Prospekt zum Michaelisviertel zu Gesicht und damit die schönen Seiten des Quartiers auf einen Blick zu sehen. Da konnte ich wirklich nur sagen: ein starkes Stück Hildesheim!